Heimatstube Nordböhmisches Niederland

Heimat - Vertreibung - Integration


Im Jahre 1964 übernahm die Stadt Böblingen die Patenschaft über die Bevölkerung, die nach dem Krieg ihre Heimat im nordböhmischen Niederland verlor. Für die Vertriebenen war damals das "Haus der Heimat" in der Herrenberger Straße eine wichtige Anlaufstelle. Dort holte man sich Rat in Lebensfragen und stellte persönliche Andenken in Ausstellungen vor. Mit der Zeit wurde eine Heimatsammlung zusammengetragen, welche in der Erlebnisgeneration Erinnerungen weckte und das verlorene Selbstbewusstsein zurückgab. Eine beispielhafte Integration dieser Volksgruppe folgte in nur wenigen Jahren. Heute zeugt ihr Vermächtnis von einer bemerkenswerten Epoche deutscher Kultur und Ostgeschichte.

Träger des Heimatmuseums Nordböhmisches Niederland ist der „Bund der Niederländer e. V. Böblingen“. Angegliedert an das Amt für Kultur, ist es räumlich verbunden mit dem Deutschen Fleischermuseum. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Ebenen im oberen Stockwerk der ehemaligen Vogtscheuer. Sehenswerte Exponate: Madonnen, Weihnachtskrippe, Gemälde, Landschaftsreliefs, nordböhmische Volksarchitektur und Glaserzeugnisse, Weberei, Textilien, Erinnerungen an das Vereinsleben sowie weitere Kulturgüter, die an die einstige Heimat der Deutschen aus dem tschechischen Grenzgebiet erinnern.

Aktuelle Sonderausstellung

Sebastian Weise: Zwei Seelen wohnen

Der in Thüringen gebürtige Fotokünstler verwandelt gegenwärtig die Ausstellung im Heimatmuseum Nordböhmisches Niederland mit einer spektakulären Kunstinstallation.
Seine preisgekrönte surrealistische Werkreihe "Zwei Seelen wohnen…Bilder aus dem Schluckenauer Zipfel" überlagern die Geschichte einer der aus dem Norden Tschechiens stammenden Volksgruppe.    
Die Ergebnisse einer Spurensuche nach dem Land der Väter, nach dem Gestern und Heute thematisieren hochaktuelle Fragen wie die Flucht, Vertreibung, Zugehörigkeit, Migration und Heimat.
 
Die Ausstellung ist im Heimatmuseum Nordböhmisches Niederland vom 10. Oktober 2017 bis zum 02. Dezember 2017 zu sehen.

Alle weiteren Informationen sind in dem Flyer (364,5 KiB) zu finden.