Sammlungsprofil

Entstehung und Anfänge des Museums

Das Deutsche Fleischermuseum Böblingen wurde im Jahr 1984 mit einem großen Festakt eröffnet und bietet nun seit mehr als 30 Jahren einen wichtigen Baustein in der Böblinger Museumslandschaft. Träger des Museums ist die Stadt Böblingen, die das Museumspersonal stellt und die inhaltlich, strategische Ausrichtung des Museums steuert. Auch die Räumlichkeit des Museums, das zentral auf dem Böblinger Marktplatz stehende, um 1570 erbaute Vogtshaus, ist in städtischem Besitz und wurde für das Museum aufwändig restauriert.

Das Museum entstand durch die Initiative von Prof. Dr. Dr. habil. Kurt Nagel, Sohn eines Ulmer Metzgermeisters und Obermeisters der Fleischerinnung. In ihm reifte der Gedanke, ein Museum für das „traditionsreiche und höchst ehrbare“ Fleischerhandwerk zu gründen. Vorbild war das weit über die Stadt hinaus bekannte Brotmuseum auf dem Ulmer Galgenberg.

Kunst rund um das Fleischermuseum

Das Böblinger Fleischermuseum ist das einzige deutsche Spezialmuseum für die historische Welt des Fleischerhandwerks. Prunkvolle Zunftpokale, Metzgertheken und Zunftstuben werden im Musuem gezeigt. Neben der Darstellung des Handwerkes war von Beginn an die Kunst rund um das Fleisch ein wichtiger Bestandteil des Museums. Ein ganzes Stockwerk des Deutschen Fleischermuseums widmet sich daher der Kunst.                   Vielleicht liegt es ja an der Liebe zum guten Essen, dass sich so viele Künstler in unterschiedlichsten Techniken – unter anderem in Malerei und Grafik, Plastik, Keramik und Bronzeguss – mit Themen rund um das Fleischerhandwerk auseinandersetzten. Von der Genremalerei des 18. Jahrhunderts reicht die Palette der Kunst bis zur naiven Malerei und zeitgenössischen Werken, vom drastischen Expressionismus eines Albert Birkle, Manfred Henninger und Paul Kleinschmidt sowie den Aquarellen von Tomi Ungerer bis zu kleinen Glas- und Keramikobjekten einer modernen Gebrauchskunst.

Profilerweiterung durch Sonderaustellungen

In den letzten 15 Jahren machte sich das Museum vor allem durch Ausstellungen von deutschlandweit bekannten Cartoons und Karikaturen einen Namen. Im Zuge dieser strategisches Neuausrichtung wurde im Laufe der Jahre eine umfangreiche Sammlung an Kunstwerken aufgebaut. Das Museum hat von allen ausstellenden Künstlern der letzten Jahre Werke angekauft. Im Mittelpunkt der Ausstellungen stehen im Wesentlichen Tiere.